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Das Grundstück des Montessori Kinderhauses in Konstanz wird durch einen
schmalen, lang gestreckten Grüngürtel, der sich parallel zu den direkt
angrenzenden Bahngleisen entwickelt, geprägt.
Das Gebäudekonzept nimmt die spezifischen Gegebenheiten des Ortes auf und
versucht diese zu unterstützen. Es wird ein zweigeschossiger, kompakter
Baukörper entwickelt, der den Landschaftsraum in Ost-Westrichtung durch das
Gebäude im Fluss lässt. Dem Konzept folgend wird die Nordfassade entlang der
fußläufigen Erschließung, sowie die Südfassade zur Bahn gelegen, als
geschlossene Wandscheiben ausgebildet. Gezielt werden diese durch die
Eingangsachse, mit dem Haupteingang und einem großem Sitzfenster zu den Zügen,
durchbrochen. Die Ost und Westseite des Bauwerks, sowie sämtliche parallel
laufenden Innenwände werden verglast ausgeführt, sodass die Grünbereiche und das
Licht durch das Gebäude hindurch scheinen können.
Der zweigeschossige Baukörper wird in seinen beiden Ebenen unterschiedlichen
Funktionen zugeordnet. Das Erdgeschoss wird als „öffentliche“ Fläche, das
Obergeschoss als „private“ Fläche entworfen. Dies spiegelt sich in den
Funktionen, den Materialien und in der Architektur wider. Die konstruktiven
Gebäudeteile werden in Sichtbeton gezeigt und mit den Ausbauelementen veredelt.
Um einen Dialog mit den Erdtönen der Außenanlagen einzugehen wird im Erdgeschoß
der Boden mit einem dunkelroten Linoleumbelag belegt. Im Obergeschoss sind die
Böden und sämtliche Einbauelemente in Eichenholz ausgeführt.
Durch eine Eindrückung in der Eingangsfassade wird der Eingang im Norden
großzügig überdacht und der Baukörper erhält einen selbstverständlichen Eingang,
von welchem aus die beiden Geschosse eingesehen werden können. Die
Eingangssituation des Gebäudes lädt die ankommenden Kinder und Eltern ein und
führt sie in die offene Eingangshalle. Diese wird durch Sitzstufen gegliedert
und öffnet sich mit großen Glasschiebeflächen in den überdachten Freibereich und
in die Außenflächen. Im Erdgeschoss befinden sich der Mehrzweckraum und die
offene Küche mit Blick und Zugang zum Garten. Hier entsteht die Mitte des
Gebäudes, Bei Veranstaltungen können verschiedene Räume gegliedert werden und es
entsteht ein Treffpunkt. Die Räume der Leiterin, der ErzieherInnen, die
Kleinkindgruppe, sowie weitere Funktionen werden im Eingangsbereich
untergebracht.. Eine Rampe , ein Aufzug, die Stufen sowie die Geschosstreppe
bilden die Elemente der Verbindung zwischen den Ebenen und dem Obergeschoss.
Im Obergeschoss ordnen sich die Gruppenräume mit den unterschiedlichen
Spielzonen zueinander. Das „Durchhaus“, d.h. die Landschaftsverbindung von Ost
nach West wird hier durch einen zusätzlichen Oberlichtraum erweitert, der zu
allen Tageszeiten direktes Sonnenlicht als Streiflicht liefert. Die drei
Gruppenräume sind nach Osten orientiert und werden durch den Baukörper
durchgesteckt. Die Gruppenräume werden durch das Geschoss hinweg erweitert,
sodass die Nebenräume wie Garderoben, Nassbereiche und auch die Erschließungen
mit dem Spielflur für die Funktionen aus den Gruppenräumen benutzt werden
können.
Ein Freiluftzimmer als vorgelagerte Loggia erweitert das Raumangebot der drei
Gruppen. Die Glasfassaden der Gruppenräume werden als geschichtete Fassaden
entworfen. Eine Vielzahl von Fassadenschichten ermöglichen unterschiedliche
Stimmungen, Funktionen, Gliederungen und Platz für Fantasie. Das Freiluftzimmer
wird durch ein Membran in Form eines Edelstahlgewebes begrenzt. Dieses Material
prägt das Erscheinungsbild des Gebäudes und gibt diesem einen offenen, kreativen
Filter, der begrünt oder je nach Konzept in den Jahreszeiten bespielt werden
kann. Die anschließende Glasfassade mit Schiebeelementen wird mit einen Vorhang
begleitet, sodass hier in der Kombination Gewebe, Pflanzen, Bearbeitung des
Freiluftzimmers, Glasfassade, Vorhang unterschiedliche Szenen entstehen, Licht
und Schattenspiele mit imaginärem Licht möglich sind . Der Entwurfsansatz dieser
Ost- und Westfassade und der Schichtungen prägen das Obergeschoss.
Das Konzept zum Kinderhaus Montessori soll einen Rahmen für eine eigene
übersichtliche Welt der Kinder bieten. Wir möchten mit diesem Gebäude kein zu
Ende gedachtes Projekt liefern, sondern ein Grundgerüst, eine Basis, eine Bühne
die bespielt werden will.
Das neue Bauwerk soll die Kinder anregen und Ihnen durch die räumlichen
gebauten Grundgedanken helfen selbst kreativ zu sein.
Martin Bächle Karin Meid-Bächle architekten linie 4
November 2007


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