Freiarbeit und vorbereitete Umgebung


„Das Lernen ist einer wesentlichen Bedingung unterworfen, nämlich dass der Schüler Wissen erwerben will, dass er Aufmerksamkeit aufbringen kann „für was auch immer“, wenn es ihn nur interessiert.

Seine geistige Aktivität ist die unentbehrliche Bedingung für ein Gelingen. Alles, was langweilt, entmutigt oder unterbricht, wird zu einem Hindernis, das durch keine logische Vorbereitung des Unterrichts überwunden werden kann. Was man also untersuchen muss, sind die notwendigen Voraussetzungen, um spontane Aktivität des Individuums zu entwickeln, die Kunst, Freude und Begeisterung für die Arbeit zu wecken.

Das Interesse, das die spontane Aktivität steuert, ist der wahre psychologische Schlüssel.“
Maria Montessori

Wie im Kindergarten, so bilden auch in der Schule die Montessori-Materialien die Grundausrüstung der vorbereiteten Umgebung. Sie sind speziell auf die Lernbedürfnisse des Schulkindes in seinen jeweiligen sensiblen Phasen abgestimmt. Die Materialien berücksichtigen den unterschiedlichen Entwicklungsstand der einzelnen Kinder. Sie erlauben schrittweises Lernen; dadurch werden Über- oder Unterforderung vermieden. Sie ermöglichen einen individuellen Lernzuwachs, unabhängig von den Jahrgangsstufen.

Für die Bereiche Deutsch, Mathematik und Sachkunde gibt es eine Fülle von interessanten Erfahrungs- und Übungsmöglichkeiten, die das Kind zum selbständigen Arbeiten anregen. Jedes Material erlaubt - ohne Einmischung der Lehrer - eine Überprüfung der Leistung. Diese Möglichkeit der Selbstkontrolle bedeutet eine unverzichtbare Erfahrung für das Kind. Es entdeckt selbst, wenn es sich geirrt hat, kann in aller Ruhe seine Fehler verbessern und hat das Gefühl: „Ich hab´s alleine geschafft!“.

Mit der Freiarbeit beginnt in der Regel jeder Schulvormittag. Sie dauert meist bis zur Hofpause. Danach findet Fachunterricht statt. Damit die Freiarbeit gelingt, muss das Kind eine wohlvorbereitete, ihm angepasste Lernumgebung vorfinden. Das Klassenzimmer ist freundlich gestaltet und übersichtlich in Lernbereiche eingeteilt. Auch der Flur wird zum Arbeiten genutzt und dient gleichzeitig als Begegnungsstätte zwischen den einzelnen Klassen. Wer möchte, kann jederzeit eine andere Klasse besuchen.